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ANDERSLAND

DAS GROSSE HEFT

Österreichische Erstaufführung

Koproduktion mit Kosmos Theater
 

Premiere 03.12.19

 

*** Von Fr, 27. März, 18:00 bis So, 29. März, 18:00 2020 haben Sie auf nachtkritik.de die Möglichkeit, die Aufzeichnung der Generalprobe von DAS GROSSE HEFT am 2.12.2019 kostenlos zu streamen! ***

SHORTLIST Berliner Theatertreffen

nachtkritikTheatertreffen - die Auserwählten 2020

nach dem Roman von Ágota Kristóf

“‘Meine Lieblinge! Mein Glück!’ Diese Wörter müssen wir vergessen, weil uns jetzt niemand solche Wörter sagt und weil die Erinnerung an sie eine schwere Last für uns ist.”

Es herrscht Krieg. Um dem Bombenhagel zu entkommen bringt eine Mutter ihre Kinder – Zwillingsbrüder – aufs Land zur Großmutter.

In komprimierter Sprache lässt die ungarische Autorin Ágota Kristóf die Zwillinge in einem großen Heft notieren, wie sie ohne Hoffnung auf Liebe und Mitgefühl ihre Werte und Handlungen der Grausamkeit ihrer Umgebung anpassen und durch Übungen zur Abhärtung des Geistes und des Körpers ihre eigenen Überlebensstrategien entwickeln. Historische, bereits begraben gemeinte Bilder werden zu Folien der Gegenwart, auf der Suche nach dem moralischen Zeitgeist.


Die Zwillinge passen sich dem Krieg an. Sie erschaffen sich ein strenges Regelwerk, um ihr eigenes Handeln einzuschränken und ihm damit wieder einen Sinn zu verleihen. Sie notieren in einem großen Heft ihre Erlebnisse, ihr Übungen und damit ihre Weltansicht. Doch auch diese Sprache haben sie reglementiert. “Die Wörter, die die Gefühle definieren, sind sehr unbestimmt, es ist besser, man vermeidet sie und hält sich an die Beschreibung der Dinge, der Menschen und von sich selbst, das heißt an die getreue Beschreibung der Tatsachen.” Sie schreiben nicht, dass die kleine Stadt schön ist, denn sie kann für sie schön und für jemand anders hässlich sein.
Sie versuchen eine neutrale Sprache zu finden, um mit der Gegenwart des Krieges umzugehen. Lassen wir uns nicht vom objektiven Ton täuschen. Erzählen heißt Nacherzählen. Dem dazwischen wollen wir nachgehen, wir trauen ihren Aufzeichnungen nicht, ihrer nüchternen Sprache, wir trauen ihnen nichts oder alles zu.

​Team

Regie: Sara Ostertag
Musik: Jelena Popržan
Bühne: Nanna Neudeck
Dramaturgie: Anita Buchart
Produktion: Julia Haas

Maske/Bodypainting: Nadja Hluchovsky
Regieassistenz: Lisanne Berton

Hospitanz: Elena Lynch

Mit: Simon Dietersdorfer, Martin Hemmer, Jelena Popržan, Michèle Rohrbach, Martina Rösler, Jeanne Werner und Emma Wiederhold

Aufführungsrechte: Original © Éditions du Seuil, Paris, 1986 (Übersetzung: Eva Moldenhauer, BEBUG mbH / Rotbuch Verlag, Berlin)

Fotos: Apollonia Theresa Bitzan, Bettina Frenzel

Pressestimmen

Je härter das dargestellte Geschehen, desto poetischer die gefundenen Bilder. Den Vorwurf an Romanadaptionen, ohne theatralen Zugriff einfach nachzuerzählen, kann man Ostertag beileibe nicht machen. Jeder Einsatz platzender Farbbomben, jeder Sprach-, Licht- und Musikwechsel ist ein Takt in einer gesamtkünstlerischen Partitur. Die Geschichte? Oh die erzählt sich, und zwar so, dass einem 80 Minuten lang der Atem stockt. (...) Möge es beizeiten eine Wiederaufnahme geben, denn dieses "große Heft" ist ein großer Wurf.

(Nachtkritik.de)

schrecklich gut und furchtbar stark (Falter)
 

Man schöpft aus dem multimedial Vollen, um fast kaleidoskopartig einen Bildreigen entstehen zu lassen. Damit ist „Das große Heft“ derzeit aufgeführt im Wiener Kosmos Theater, vor allem eine sehr überrasche Umsetzung eines (Anti-)Kriegsstoffes. (…) Die Produktion profitiert gerade hier von den hervorragenden schauspielerischen Leistungen durch die Bank.

(the gap)

Die wunderbare Emma Wiederhold gestaltet die Wehret-den-Anfängen-Figur, später eine kindliche Geigerin, mittels des gleichen roten Kleides als elfjähriges Pendant der Musikerin Jelena Popržan zu erkennen – die am Rand des Geschehens sitzend mit ihren Instrumenten für Atmosphäre sorgt. (...) Ostertag erzählt ihre Lesart der Geschichte mit knochentrockenem Humor. Dort, wo die Scheußlichkeiten von Kristóf mit einer lapidaren, kaum zu ertragenden Sachlichkeit geschildert sind, mildert die Theatermacherin den Schmerz mit einem Salbenklecks distanzschaffender Satire.(...)

(Mottingers Meinung)

Termine

03.12.19 - 20:00

05. - 07.12.19 - 20:00

10. - 14.12.19 - 20:00 im Kosmos Theater

Trailer​​​​​​​​